Oktober 13, 2020

Haiti

Trotz jahrzehntelanger Arbeit und Investments der internationalen Gemeinschaft, bleibt Haiti eines der Länder mit den weltweit höchsten Umweltschäden. Mit bereits 98% verlorenen Wäldern, schwinden die wenigen verbliebenen Bestände um bis zu 30% pro Jahr. Daraus resultiert folglich die zunehmende Anfälligkeit der Natur für Katastrophen wie Hurricanes, Erosion oder Überflutungen. Darüber hinaus verlieren die Böden ihr Grundwasser und wirken sich negativ auf die landwirtschaftliche Versorgung und somit die Lebensgrundlage vieler Einheimischer aus. Die Mehrheit der Bevölkerung in Haiti verwendet primär Holzkohle als Brennstoff im Alltag, sodass die Kohleproduktion als Hauptgrund für die Entwaldung Haitis zu betrachten ist. Jahre ökologischer Verwüstung in Haiti führten zu verheerenden Folgen, darunter Missernten, Überflutungen, Bodenabtragung sowie Grundwasserverminderung.

Zerstörerische Naturgewalten treffen Haiti aufgrund des mangelnden Schutzes dieser Wälder und vor allem der zerstörten Mangrovensysteme härter.  

Um dem entgegenzuwirken, kooperieren die Eden Reforestation Projects (Sustopias Partner) direkt mit lokalen Gemeinden. Ziel ist dabei nicht nur das Pflanzen von Bäumen, sondern auch deren Schutz und Aufzucht bis hin zu einer unbedenklichen Reife. So trägt Eden durch die Bepflanzungsprojekte zu der Wiederherstellung des Naturraums und der Gewährleistung von Agroforstwirtschaft – eine Kombination aus Ackerbau und Forstwirtschaft - bei. Gemeinden zur Agrarproduktion, werden in den ärmsten Gebieten etabliert, um eine Grundversorgung der Bevölkerung zu ermöglichen bzw. zu unterstützen.

 

Eden pflanzt im Südosten Haitis Zitrusgewächse, Mangos, Papaya und Moringabäume.

 

Der Begrifft Agroforstwirtschaft impliziert die Integration von mehrjährigen Bäumen wie Obstbäumen, Palmengewächsen oder Nutzhölzern sowie auch junge Nutzpflanzen auf ein und derselben Fläche. Dies hat zahlreiche Vorteile nicht nur für den Menschen, sondern auch für Tier und Umwelt: Es werden neue Lebensräume und somit ein neuer Artenreichtum geschaffen, wobei die vielfältige Nutzung einer solchen Fläche Nahrung für Mensch und Tier gewährleistet. Überdies vermindern die Wurzelsysteme Bodenerosion sowie die Austrocknung des Bodens. Darüber hinaus bleibt der Nährstoffkreislauf erhalten, sodass eine Aufwertung des Landschaftsbildes folgt. Die verschiedenen Pflanzen spenden nicht nur Schatten, Kühle und Schutz vor Wind und Wasser, sie dienen auch als eine Art „kostenloser Düngerlieferant“, da ihre tief im Boden verankerten Wurzeln pflanzliche Nährstoffe in die Baumkrone zu befördern, um diese mit dem Laubfall wieder an den Boden abzutreten.

 

 

Küstenregion
Mit Edens Hilfe werden in den südlichen Regionen Haitis neue Mangrovenwälder entlang der Küste gepflanzt. Die dichten Wälder bilden mit ihrem robusten Wurzelnetzwerk eine Art Schutzwall vor Fluten und verhindern überdies Erosionen, also das Abtragen von Erde durch Wasser oder Wind. Dies führt weiterhin dazu, dass das Angebot neuer Lebensräume für Fische, Tiere und Pflanzen vergrößert wird. Aufgrund der sich daraus entwickelnden Regeneration dieser Ökosysteme findet auch eine Aufwertung des Meerwassers statt. Auch die lokale Bevölkerung profitiert von diesen Veränderungen: sauberes Wasser und schützendes Mangrovenwurzeldickicht ermöglichen es vielen Fischarten, ihre Bestände zu regenerieren. Diese Bestände können nun von lokalen Fischern als Lebensgrundlage genutzt werden, die sich wiederum für den Schutz dieses Ökosystems einsetzen.
Solche Kreisläufe müssen zunächst in Bewegung gebracht werden und die ersten Schritte dafür werden in Haiti bereits gemacht. In diesem Video von Eden Reforestation Projects kannst du einen Blick auf die aktuelle Situation werfen.

 

Auch du kannst einen Teil dazu beitragen, unserer Erde ihr verlorenen Wälder wiederzugeben. Unterstütze eine Organisation wie Eden Reforestation Projects oder schau im Shop von Sustopia vorbei. Wir bieten nachhaltige und fair produzierte Kleidung, bei deren Kauf ein Teil der Erlöse dazu verwendet wird, 15 neue Bäume zu pflanzen. 

Flo



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